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Bombay
Die Bombay ist eine geschmeidige, tiefschwarze Katze, die gezielt gezüchtet wurde, um einem winzigen schwarzen Panther zu ähneln. Sie vereint die unkomplizierte, gelassene Natur der American Shorthair mit der tiefen, anhänglichen Wärme der Burmakatze.
Wenn Sie jemals ehrfürchtig einen echten schwarzen Panther im Zoo betrachtet haben und sich insgeheim wünschten, Sie könnten ein solches Tier sicher mit nach Hause nehmen, dann ist die Bombay-Katze zweifellos die beste und sicherste Alternative, die die Katzenwelt zu bieten hat. Diese mittelgroße, erstaunlich muskulöse Katze ist durch und durch schwarz – von der Nasenspitze bis hinab zu den weichen Ballen ihrer Pfoten – und sie bewegt sich mit der fließenden, lautlosen Anmut einer echten Raubkatze durch das Wohnzimmer. Doch unter diesem exotischen, wilden und optisch beeindruckenden Äußeren verbirgt sich eine der warmherzigsten, sanftesten und am stärksten auf den Menschen ausgerichteten Katzen, die Sie jemals treffen werden. Die Bombay wurde von Anbeginn an ganz bewusst und gezielt entworfen, um der absolut perfekte, liebevolle tierische Begleiter zu sein – und genau das merkt man ihr jeden Tag an.
1. Geschichte und Ursprünge: Entworfen nach einem präzisen Plan
Im starken Gegensatz zu antiken Naturrassen, die sich über viele Jahrtausende hinweg durch natürliche Selektion und evolutionäre Anpassung entwickelt haben, ist die Bombay das bewusste, gezielte Produkt einer menschlichen Schöpfung aus der Mitte des 20. Jahrhunderts.
Die klare Vision von Nikki Horner
Die Bombay wurde ab den späten 1950er Jahren in Louisville, Kentucky, von der ambitionierten und erfahrenen amerikanischen Züchterin Nikki Horner entwickelt. Horner verfolgte bei ihrer Zucht ein sehr spezifisches und für die damalige Zeit ungewöhnliches Ziel: Sie wollte eine reinrassige Hauskatze erschaffen, die optisch haargenau wie ein miniaturisierter schwarzer Panther aussah, sich aber vom Charakter her wie ein sanfter Schmusetiger verhielt. Um dieses anspruchsvolle Zuchtziel zu erreichen, kreuzte sie zunächst eine zobelfarbene (sable) Burmakatze mit einer tiefschwarzen American Shorthair (Amerikanisch Kurzhaar). Die daraus resultierenden Nachkommen wurden dann über mehrere Generationen hinweg streng selektiv weitergezüchtet. Horner wählte dabei konsequent nur jene Tiere aus, die das gewünschte glatte, durchgehend schwarze Fell, die leuchtend kupferfarbenen oder goldenen Augen sowie den muskulösen, pantherartigen Körperbau aufwiesen.
Ein Name mit Bedeutung
Horner taufte ihre neu erschaffene Rasse auf den Namen “Bombay”, nach der gleichnamigen großen Hafenstadt in Indien – dem heutigen Mumbai. Dieser Name war eine bewusste und respektvolle Hommage an den indischen schwarzen Leoparden (den schwarzen Panther), an den diese neue Hauskatze optisch so stark erinnern sollte. Der klangvolle Name setzte sich schnell durch, und heute ist die Rasse unter diesem Namen international in der Katzenwelt bekannt und geschätzt.
Anerkennung durch die Verbände
Die renommierte Cat Fanciers’ Association (CFA) akzeptierte die Bombay im Jahr 1976 offiziell für den Championats-Status bei Katzenausstellungen. Obwohl sie im direkten Vergleich zu weit verbreiteten Moderasen bis heute eine eher seltene Rasse geblieben ist, erfreut sie sich einer außerordentlich leidenschaftlichen und treuen Anhängerschaft unter all jenen Katzenliebhabern, die das große Glück haben, sie einmal persönlich kennenzulernen.
2. Das Erscheinungsbild: Der kleine Panther fürs Wohnzimmer
Das äußere Erscheinungsbild der Bombay ist unbestritten ihr sofort auffälligstes und prägendstes Merkmal. Es ist schlichtweg unmöglich, diese markante Katze mit einer anderen Rasse zu verwechseln.
Das tiefschwarze Lackfell
Das Fell der Bombay muss zwingend und ausnahmslos vollständig schwarz sein. Es darf kein dunkles Braun, kein verwaschenes Anthrazit und kein rauchiges Grau aufweisen – es muss ein tiefes, sattes Lackschwarz (Patent-leather Black) sein. Zudem verfügt das Haar über einen natürlichen, extrem glänzenden Schimmer, der das einfallende Licht fast so stark reflektiert wie poliertes Metall oder feine Seide. Das Fell ist sehr kurz, außergewöhnlich fein in der Textur und liegt extrem flach am Körper an, was den kompakten, muskulösen Körperbau der Katze noch zusätzlich optisch betont. Im Gegensatz zu einigen anderen kurzhaarigen Rassen, die eher eine raue, plüschige oder sehr dichte Felltextur besitzen, hat das Fell der Bombay eine einzigartig glatte, fließende Qualität, die fast so aussieht, als wäre sie “darübergegossen” worden.
Die Augen
Die Augen gehören zu den fesselndsten Merkmalen dieser Rasse. Sie sind auffallend groß, völlig rund geformt und stehen weit auseinander im Gesicht. Ihre Farbe reicht von einem satten, leuchtenden Goldton bis hin zu einem tiefen, warmen Kupfer. Der optische Kontrast zwischen dem tiefschwarzen, glänzenden Lackfell und den hell leuchtenden, warmen Augen ist schlichtweg dramatisch und von atemberaubender Schönheit.
Körperbau und Statur
Die Bombay ist eine mittelgroße Katze, die jedoch über weitaus mehr physische Substanz verfügt, als ihr schlankes, geschmeidiges Aussehen zunächst vermuten lässt. Züchter und Tierärzte beschreiben das Anheben einer Bombay oft als echte Überraschung – die Katzen fühlen sich beim Hochnehmen spürbar schwerer und massiver an, als sie optisch wirken. Dies liegt an ihrem sehr dichten, schweren Knochenbau und ihrer hervorragend entwickelten Muskulatur. Ausgewachsene Kater wiegen typischerweise zwischen 3,5 und 5 Kilogramm (8 bis 11 Pfund); Kätzinnen sind mit 2,5 bis 4 Kilogramm (6 bis 9 Pfund) etwas kleiner und zierlicher. Der Körper ist abgerundet und sehr kompakt, mit einer breiten, gut entwickelten Brust und starken, mittellangen Beinen.
Gesichtsstruktur
Der Kopf der Bombay ist sanft abgerundet und weist keinerlei scharfe Kanten oder spitze Winkel auf. Dies trägt maßgeblich zu dem insgesamt glatten, fließenden und wie skulptiert wirkenden Aussehen der Rasse bei. Die Schnauze ist eher kurz und stumpf, das Kinn ist fest und gut ausgebildet, und die Nase weist im Profil einen leichten, aber sichtbaren Stopp (Break) auf – all diese spezifischen anatomischen Merkmale hat sie unverkennbar aus ihrem burmesischen Erbe übernommen.
3. Die Persönlichkeit: Intensive Wärme im schwarzen Gewand
Die Bombay wird in Züchterkreisen manchmal liebevoll und humorvoll als die “Kletten-Katze” (Velcro cat) bezeichnet, weil sie förmlich an ihren Menschen klebt. Sie gehört zu den mit Abstand anhänglichsten, liebevollsten und am stärksten auf den Menschen ausgerichteten Rassen, die überhaupt existieren.
Tief ergeben und menschenbezogen
Bombay-Katzen blühen durch ständige menschliche Interaktion förmlich auf. Sie werden Ihnen auf Schritt und Tritt von Raum zu Raum folgen, sich bei absolut jeder sich bietenden Gelegenheit schnurrend auf Ihrem Schoß zusammenrollen und nachts am liebsten fest an Sie gepresst unter der Bettdecke schlafen. Sie sind definitiv keine Rasse, die lange Perioden der Einsamkeit oder Isolation gut verträgt. Wenn Sie tagsüber meistens zu Hause sind, wird die Bombay zu Ihrem ständigen, liebevollen und unaufdringlichen kleinen Schatten werden.
Neugierig und hochintelligent
Hinter diesen leuchtend kupfernen Augen verbirgt sich ein überaus schneller, wacher und aktiver Verstand. Bombay-Katzen sind an absolut allem in ihrer häuslichen Umgebung brennend interessiert und lieben es, auf Entdeckungstour zu gehen. Sie werden neue Gegenstände im Haus akribisch untersuchen, jede Ihrer Handlungen mit intensivem Fokus beobachten und durch kreatives Ausprobieren herausfinden, wie sie in Schränke oder Räume gelangen, in die sie eigentlich nicht hineinsollen. Interaktives Spielzeug, Laserpointer und knifflige Futterpuzzles (Puzzle Feeders) eignen sich hervorragend, um diese klugen Katzen geistig auszulasten und dauerhaft zu beschäftigen.
Bemerkenswert anpassungsfähig
Das gemischte genetische Erbe der Bombay – teils die unkomplizierte, gelassene American Shorthair, teils die sehr warme, soziale Burmakatze – macht sie im Alltag ungewöhnlich anpassungsfähig. Diese Katzen gewöhnen sich erstaunlich gut und schnell an neue Wohnumgebungen, kommen mit plötzlichen Veränderungen in der täglichen Routine weitaus besser zurecht als viele andere sensible Rassen und neigen dazu, sich hervorragend mit rücksichtsvollen Kindern, anderen Hauskatzen und sogar mit Hunden zu vertragen. Sie sind daher eine exzellente und stressfreie Wahl für lebhafte Haushalte mit mehreren Haustieren.
Vokal, aber niemals aufdringlich
Bombay-Katzen sind moderat gesprächig. Sie werden ihre Bedürfnisse (wie Hunger oder den Wunsch nach Spiel) durchaus kommunizieren, sind dabei aber bei Weitem nicht so ausdauernd laut, penetrant oder fordernd wie beispielsweise Siamkatzen. Ihre Stimme ist in der Regel viel weicher, sanfter und musikalischer – eher ein angenehmes, freundliches Gurren oder ein leises Miauen als ein lautes, forderndes Schreien.
Leidenschaftliche Wärmesucher
Eine sehr gut dokumentierte und rassetypische Eigenschaft der Bombay ist ihre unbändige Liebe zu Wärme. Diese Katzen suchen zielsicher immer den sonnigsten und wärmsten Platz im ganzen Haus, rollen sich genüsslich direkt neben Heizungsschächten oder auf warmen Laptops zusammen oder pressen sich eng an die Körper ihrer Besitzer, um deren Körperwärme aufzusaugen. Dieses Verhalten geht höchstwahrscheinlich direkt auf ihre burmesische Abstammung zurück, ist völlig harmlos und für den Besitzer im Winter oft sehr gemütlich.
4. Pflege und Haltung im Alltag
Fellpflege
Die Bombay gehört zu den absolut pflegeleichtesten Rassen überhaupt, wenn es um das Thema Fellpflege (Grooming) geht. Das sehr kurze, flach anliegende Lackfell erfordert kaum nennenswerte Aufmerksamkeit. Ein kurzes, wöchentliches Abstreichen mit einer weichen Gummibürste, einem Noppenhandschuh oder einem leicht feuchten Fensterleder reicht in der Regel völlig aus, um lose, abgestorbene Haare zu entfernen und den natürlichen, spiegelnden Glanz des Fells perfekt zu erhalten. Ein Bad ist bei dieser Rasse nur in extremen Ausnahmefällen notwendig.
Krallen- und Ohrenpflege
Wie absolut alle Hauskatzen profitiert auch die Bombay von einem regelmäßigen, fachgerechten Kürzen der Krallen etwa alle zwei bis drei Wochen. Die Ohren sollten einmal im Monat kontrolliert und, falls sichtbare Wachsansammlungen vorhanden sind, sehr sanft mit einem geeigneten Ohrreiniger gesäubert werden.
Beschäftigung und Spiel (Enrichment)
Trotz ihres Rufs als absolute Kuschelkatzen benötigen Bombays tägliches, aktives Spiel. Interaktive Spielsitzungen mit Federangeln, Laserpointern oder kleinen Apportierspielen (Fetch) sind enorm wichtig für ihre körperliche Fitness und ihr geistiges Wohlbefinden. Fehlt es ihnen an ausreichender Stimulation und Bewegung, können sie sich schnell langweilen und in der Folge unerwünschte, stark aufmerksamkeitssuchende Verhaltensweisen entwickeln.
Ernährung
Füttern Sie eine hochwertige, proteinreiche und artgerechte Ernährung, die dem jeweiligen Lebensalter der Katze entspricht. Bombays können mitunter sehr enthusiastische und gute Esser sein. Eine genaue Überwachung der Futterportionen ist daher sehr wichtig, um eine ungewollte Gewichtszunahme zu verhindern – dies gilt insbesondere für Wohnungskatzen mit einem eher sitzenden, ruhigen Lebensstil.
5. Gesundheit und Lebenserwartung
Die Bombay ist im Allgemeinen eine sehr robuste und gesunde Rasse mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von guten 12 bis 16 Jahren. Die anfängliche, gezielte Kreuzung mit der robusten American Shorthair sowie mit Burmakatzen hat maßgeblich dazu beigetragen, eine gewisse genetische Vielfalt in der Rasse zu erhalten. Dies hat einige der schweren gesundheitlichen Probleme, die oft in sehr eng gezüchteten Populationen auftreten, erfolgreich reduziert.
Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)
Wie bei vielen Rassekatzen ist auch bei der Bombay die Herzerkrankung HCM – eine gefährliche Verdickung des Herzmuskels – ein potenzielles, ernsthaftes Gesundheitsrisiko. Routinemäßige kardiologische Ultraschalluntersuchungen beim Tierarzt werden daher dringend empfohlen, insbesondere bei aktiven Zuchttieren und bei älteren Hauskatzen.
Kraniofazialer Defekt (Burmese Head Defect)
Ein sehr kleiner Prozentsatz von Bombay-Kätzchen kann mit einer schweren Schädeldeformation, dem sogenannten “Burmese Head Defect” (Burmesischer Kopfdefekt), geboren werden. Dieser Defekt wird direkt von der burmesischen Seite der Blutlinie vererbt. Seriöse, verantwortungsvolle Züchter testen ihre Zuchttiere konsequent auf die Trägerschaft dieses Gens. Betroffene Kätzchen sind leider nicht lebensfähig. Durch diese strengen und verantwortungsvollen Zuchtpraktiken konnte das Auftreten dieses Defekts in der modernen Zucht mittlerweile extrem stark reduziert werden.
Empfindlichkeit der Atemwege
Aufgrund der im Profil etwas verkürzten Schnauze, die sie von der Burmakatze geerbt hat, können einige Bombays leicht empfindlich auf Atemwegsreizstoffe reagieren. Starke Reizstoffe wie Zigarettenrauch, scharfe chemische Reinigungsmittel oder stark parfümierte Haushaltsprodukte sollten in ihrer Umgebung daher vermieden werden. Dies entwickelt sich zwar nur selten zu einem wirklich ernsten medizinischen Problem, ist aber für Besitzer absolut erwähnenswert.
6. Ist eine Bombay die Richtige für Sie?
Ideal für:
- Menschen, die sich eine extrem anhängliche, auf den Menschen fixierte Katze wünschen, die gerne körperliche Nähe sucht
- Familien mit Kindern oder Haushalte mit anderen verträglichen Haustieren
- Besitzer, die viel im Homeoffice arbeiten oder allgemein viel Zeit zu Hause verbringen
- Jeden, der sich von einem markanten, exotischen Wildtier-Aussehen angezogen fühlt, aber absolut kein anstrengendes “Wildkatzen”-Verhalten im Wohnzimmer haben möchte
Weniger ideal für:
- Menschen, die beruflich bedingt sehr häufig reisen und keine regelmäßige, verlässliche Gesellschaft für ihre Katze organisieren können
- Personen, die eine eher unabhängige, distanzierte oder sehr ruhige Rasse bevorzugen, die sich viel selbst beschäftigt
- Besitzer, die nach einer Katze für reinen, unkontrollierten Freigang suchen (Das tiefe, schwarze Fell der Bombay macht sie bei Dämmerung oder Dunkelheit für Autofahrer fast unsichtbar, was die Gefahren im Freigang drastisch erhöht).
Fazit
Die Bombay ist der lebende Beweis dafür, dass die besten Dinge im Leben manchmal in einem tiefschwarzen Gewand daherkommen. Ihre faszinierende, pantherartige Eleganz, ihre warm leuchtenden Kupferaugen und ihre ehrliche, tiefe und aufrichtig anhängliche Natur machen sie zu einer der unwiderstehlichsten Katzen der Welt. Wenn Sie sich eine Katze wünschen, die wirklich von ganzem Herzen mit Ihnen zusammen sein möchte – nicht nur irgendwo zufällig in Ihrer Nähe, sondern tatsächlich aktiv bei Ihnen –, dann wird die Bombay all Ihre Erwartungen an einen treuen tierischen Gefährten bei Weitem übertreffen.
Haupteigenschaften
- Lebenserwartung
- 12 - 16 Jahre
- Temperament
- Anhänglich, Verspielt, Neugierig, Sozial, Anpassungsfähig